© Robert Pongratz

Gevatter Tod

05. Februar 2021

 

Gevatter Tod kommt langsam näher ran,

so nah, dass ich ihn fast spüren kann.

Er schleicht sich ran auf leisen Sohlen.

Ich ahne es schon: Er will mich holen.

 

Doch sage ich ihm: "Es tut mir leid,

für dich habe ich überhaupt noch keine Zeit!

Hau ab von hier, schwing' deine Hufe;

du kannst kommen, wenn ich dich rufe!"

 

Er lacht nur und antwortet: "Guter Mann,

irgendwann ist doch jeder mal dran

und man sollte sich möglichst beizeiten

auf dieses große Ereignis vorbereiten!

 

Ich habe absolut keine Angst vor dem Tod!

Für mich ist er eher wie das Abendrot,

wenn ein schöner Tag zu Ende geht.

Nur dass der Tod am Ende eines Lebens steht.

 

Vor dem Sterben selbst ist mir schon eher bange.

Man weiß ja nicht: geht es schnell oder dauert es lange?

Nur einen Wunsch hätte ich, ganz bescheiden:

Hoffentlich muss ich nicht so lange leiden!

 

Also, seid nicht traurig, sondern heiter,

das Leben geht trotz allem weiter

und bekommt bitte keinen Schreck.

 

Ich bin dann halt einfach mal weg!